Chronik Blasorchester Biberach

Wissenswertes aus fast 140 Jahren Vereinsgeschichte

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Gründerzeit

Am 19.Dezember 1873 wurde aus der damaligen Feuerwehr eine vollständige Musikkapelle ins Leben gerufen. Diese Kapelle, auch "Alte Musik" genannt, bestand aus 12-14 Musikern und spielte vor allem bei privaten Anlässen wie Hochzeiten, Tanzvergnügungen, Vereinsbällen und ähnlichen Veranstaltungen. Aber auch an Kirchenfesten und bei "vaterländischen" Feiern wirkte sie jeweils mit.

Nebenstehend ist der Gründungstext aus dem "Ortenauer Boten" nachzulesen.

Um den Jahrhundertwechsel bestand die Kapelle aus etlichen musikbegeisterten jungen Männern. Darunter waren ein großer Teil Zigarrenmacher aus der damals Krämerischen Zigarrenfabrik (später Bürogebäude der Brauerei Jehle). Der damalige Werkmeister Friedrich Schropp, nahm sich der Sache an und bald tönte es im ganzen Haus von Trompetenblasen und Posaunengeschmetter.

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Im Jahre 1906 übernahm Herr Alfred Dreher die Dirigentschaft. Unter seiner Leitung wuchs die Kapelle auf 18 Mann an. Der Verein investierte in ein Schlagzeug und gab 1907 mit großem Erfolg ein Konzert im damaligen Gasthaus "zur Krone", heute Steuerbüro Ringwald.

Nach Beendigung des ersten Weltkrieges sammelten sich die Musiker langsam wieder Mit Ferdinand Schmieder als Dirigent gab die Kapelle am Ostersonntag 1922 ihr erstes Nachkriegskonzert.

Die Kapelle brauchte nunmehr einen Stamm von Förderern und es wurde aus diesm Grund am 21. März 1924 im Gasthaus "zur Sonne" die 1. Verwaltungsratssitzung abgehalten, welche sich mit der Aufstellung der Vereinsstatuten befasste. Zu diesem Zeitpunkt wurde als Beginn einer neuen Zeitrechnung ein größeres Musikfest geplant und über die Pfingsttage des Jahres 1924 als Gaumusikfest abgehalten.

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Die 50er und 60er Jahre

Das Gaumusikfest am 10. Juni 1951 in Biberach bildete den Höhepunkt harter Aufbaujahre nach dem zweiten Weltkrieg. Dieses Musikfest war bis Dato das größte des Dorfes und war lange Zeit danach noch in bester Erinnerung der Bevölkerung. Unter dem Matthäus Schülli, sowie dem musikalischen Leiter Alfred Dreher erreichte die Musikkapelle im Festjahr eine Mitgliederzahl von 26 Musikern.

Die Auftritte in der Gemeinde nahmen über die Jahre zu. Neben Kirchenfesten und sonstigen kulturellen Ereignissen war die Fastnacht immer ein willkommener Bestandteil des Musikerlebens, wie auch Bilder Ende der 50er-Jahre zeigen.

Nach nur 11 Jahren, im Jahre 1962, richtete der Musikverein unter dem Vorstand Herrn Dr. Karl Jehle und dem Dirigenten Wilhelm Roser ein 4-tägiges Bezirksmusikfest aus. Die Mitgliederzahl der aktiven Musiker war zu diesem Zeitpunkt auf 30 angestiegen und erlebte somit den Höchststand seit der Gründung des Musikvereins.

Im Jahre 1962 übernahm Herr Musikdirektor Hans Hartwig, Gengenbach den Taktstock. Unter seiner Stabführung beteiligte sich die Musikkapelle an Pfingsten 1963 am Bundesmusikfest in Offenburg und dem damit verbundenen Wertungsspiel. Mit der heiteren Overtüre "Der Puppenspieler" und der Suite "Mädchen am Brunnen" errang die Kapelle die Note "hervorragend", was ein beachtlicher Erfolg war und nur wenigen Kapellen zugesprochen wurde.

Unter der Federführung des 1968 angetretenen Vorstandes Herrn Kurt Riehle, wurde im gleichen Jahr eine neue Trachtenuniform angeschafft. Zusammen mit Dirigent Berthold Riehle hielt man die Musikkapelle musikalisch auf gutem Kurs. Inzwischen wuchs das Orchester auf 40 Aktive an.

 

Die 70er und 80er Jahre

Das traditionelle Cäcillienkonzert wird 1970 unter der neuen Stabsführung von Berthold Riehle zum ersten Mal an Ostern abgehalten. Somit entstand das Frühjahrskonzert, welches auch heute noch das jährliche musikalische Highlight des Orchesters darstellt. Das Konzert wurde zu dieser Zeit noch im Gasthaus Adler abgehalten.

Im Jahre 1976 findet unter dem 1. Vorsitz von Franz Müller ein 4-tägiges Bezirksmusikfest statt. Der Musikverein zählte zu diesem Zeitpunkt 43 aktive Musiker und 29 Jungmusiker. Neben dem Festzug war der "Große Bunte Abend" mit bekannten Künstlern aus Funk- und Fernsehen der Höhepunkt dieser Veranstaltung.

Cäcilienkonzert

Reinhard Lienhard nimmt seine Tätigkeit  als Dirigent des Musikvereins Biberach im Januar 1980 auf. Das Orchester bestand damals gerade mal aus 35 Musikern. Reinhard Lienhard verstand es, die zahlreichen Zöglinge die unter seinem Vorgänger Berthold Riehle ausgebildet wurden ins Orchester zu integrieren, zu fördern und zu motivieren. Der Hunger nach musikalischer Entwicklung, insbesondere im Bereich der modernen Blasmusik und Musik im Big-Band-Stil war groß und Reinhard Lienhard gab diesem Hunger sozusagen Nahrung.

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Disziplin war auch in dieser Zeit schon groß geschrieben. Pünktlichkeit, intensive Probearbeit, einspielen vor den Auftritten und professionelles Auftreten wurden zur Selbstverständlichkeit. Von Jahr zu Jahr steigerte Reinhard Lienhard das Niveau der Kapelle. Der Klangkörper wurde ebenfalls Jahr für Jahr erweitert. Ein kompletter Saxofonsatz, elektronische Instrumente wie E-Bass, Keyboard, E-Gitarre, eine Percussiongruppe mit Congas, Bongos, Pauken sowie Stabspielen erweiterten den Klangkörper. Im Blasinstrumentenbereich wurden Bassklarinette, Oboe und Fagott ins Orchester  integriert.

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Mit der Herausgabe der ersten Langspielplatte "Blasorchester Biberach in concert" ging 1986 ein langgehegter Wunsch des Dirigenten und der aktiven Musiker in Erfüllung. Diese Langspielplatte dokumentierte den damaligen Leistungsstand des Blasorchesters. Neben traditioneller Blasmusik und moderner Swing-Arrangements, bereichert eine Big-Band-Formation den Tonträger.

Im Jahre 1987 nimmt das Orchester am 2. Deutschen Laienorchesterwettbewerb, Landeswettbewerb Baden-Württemberg teil. Mit den Stücken "New Barock Suite" (Ted Huggens) und "Capriccio" aus der Comedietta" (Paul Kühmstedt) erreichte die Kapelle eine hervorragende Auszeichnung.

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Seit den 90er Jahren

Im Sommer 1990 wurde das Orchester von Dr. Wolfgang Schäuble zum Kanzlerfest nach Bonn eingeladen. Herr Schäuble hatte zuvor das Frühjahrskonzert in Biberach besucht und war vom Klang des Orchesters begeistert. Das Konzert im Kanzlerpark war für alle Musiker ein herausragendes Ereignis. Neben der Politprominenz waren auch musikalische Größen wie Peter Herbolzheimer zu hören.

Kanzlerfest Bonn 1990

Zu Beginn der 90er Jahre löst eine neue Konzertuniform die bisherige Trachtenuniform ab.

Da das Orchester mittlerweile auf 70 Aktive angewachsen war, stieß es im Proberaum im Rathaus an räumliche Grenzen. Der Wunsch nach einem größeren Proberaum erfüllte sich 1992/93. In diesem Zeitraum wurde der Eingangsbereich der Turnhalle erweitert. Eine größere Spende des Biberacher Ehrenbürgers Karl Knauer legte den Grundstein für den Bau eines neuen Proberaums im Zuge der Turnhallenerweiterung. Hochmotiviert errichteten die Musiker in knapp 3000 Arbeitsstunden unter der Anleitung von Architekt und Handwerkern den "Karl Knauer Saal".

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Mit „Swingin´ Badnerland“ brachte das Blasorchester 1994 die erste CD heraus. Unter der Leitung von Reinhard Lienhard wurden auf dem ersten digitalen Tonträger sehr anspruchsvolle Musikstücke im renommierten Tonstudio Bauer in Ludwigsburg eingespielt.

Am Dirigentenpult stellte Reinhard Lienhard eine absolute Rekordmarke von 31 Jahren in musikalisch verantwortlicher Leitung im Musikverein Biberach auf. Konsequent wurde das Blasorchester in dieser Zeit weiterentwickelt. Vor allem die moderne Blasmusik wurden zum Markenzeichen der Biberacher Musiker. Musikalische Higlights waren auch die Solis von Reinhard Lienhard auf Klarinette und Saxophon.

Von Anfang an hatte Reinhard Lienhard seine Tochter Elke in das Orchester eingebunden. Mit Querflöte und Piccolo stärkte sie das Flötenregister. Über viele Jahre moderierte Elke charmant und mit viel Musikverstand die Frühjahrskonzerte. Glanzpunkte waren auch immer wieder ihre mitreißenden gesanglichen Auftritte mit dem Blasorchester.

Für Reinhard Lienhard gab es keine Zeit zum Ausruhen. Stillstand ohne musikalischen Fortschritt war für ihn ein Fremdwort. Jahr für Jahr motivierte er das Orchester zur Höchstleistung, besonders an unseren Jahreskonzerten. So können wir es nur bedauern, dass er seine Dirigententätigkeit zum Jahresende 2011 beendete. Reinhard Lienhard hat die Entwicklung des Blasorchesters Biberach entscheidend geprägt und seine Spuren hinterlassen. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. An dieser Stelle herzlich Dank an Reinhard Lienhard.

Im Frühjahr 2012 hat Stefan Faulhaber die musikalische Leitung des Blasorchesters übernommen. Schon nach wenigen Monaten stellte sich das Orchester in einem vielumjubelten Kirchenkonzert unter der neuen Stabführung dem Publikum vor. Und auch in den Folgejahren wurden die Kirchen- und Adventskonzerte zu den herausragenden musikalischen Ereignissen im Jahreslauf.

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Konsequent arbeitete Stefan Faulhaber an der Weiterentwicklung des Orchesters und hat dies  bei vielen Konzerten unter Beweis gestellt. So auch im Jahreskonzert 2015, welches unter dem Motto "Orient trifft Okzident - Musik verbindet" in der Festhalle Biberach

Unter Leitung von Stefan Faulhaber wurde nahm das Blasorchester an dem Wertungsspiel des Blasmusikverbandes Kinzigtal teil. Insgesamt 14 Orchester stellten sich in der Stadthalle Wolfach dem Urteil der drei Wertungsrichter. Das Blasorchester Biberach erreichte 87 Punkte, was einem sehr guten Erfolg entsprach.

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Im September 2015 übernahm Axel Berger die Leitung des Blasorchesters und gleich das erste Konzert sorgte für Beifallsstürme im Publikum. Unter seiner Stabführung wurden inzwischen schon viele herausragende Konzerte gegeben. Ein Highlight war dabei das Frühjahrskonzert 2017, welches ganz im Zeichen der bevorstehenden Kreuzfahrt stand. Passend dazu wurden die "Kameraden zur See" sowohl musikalisch als auch optisch umgesetzt.

Die Konzertreise auf dem Kreuzfahrtschiff MSC Sinfonia wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Musikerschar und die Begleitpersonen. Von Venedig aus startend wurden die Hafenstädte Koper, Split und Zadar besucht.

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Mit an Bord war auch Andreas Gabalier, welcher selbst ein Konzert auf Deck gab und zur großen Freude der Musiker auch die zwei Konzerte des Blasorchesters besucht hat.

Neben den kultuerellen Erkundungen kam auf der Reise auch der Spaßfaktor nicht zu kurz.

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